So muss der ideale Freeride-Trail sein.
Freeride 02/2007

Trails Weiss-Blau

In den Alpen wimmelt es von verwinkelten Pfaden. Manche sind solche Supertrails, dass man sie eigentlich niemandem verraten will. Wir sagen: Schluss mit der Geheimniskrämerei! Hier sind fünf Hammer-Abfahrten, die euch von Begeisterung aufjaulen lasssen.

Glücksbringer: Der Jochberg

Der ]ochberg ist die Freeride-Perle unter den bayerischen Bergen. Drei Trails verstecken sich in seinem Hangwald - alles markierte, offizielle Wandersteige. Die Pfade sind besonders bei Wanderern beliebt, daher muss man viel Rücksicht nehmen und die Wochenenden unbedingt meiden. Wir entschieden uns für die schwierigste Variante, den KesselbergTrail direkt am Grat entlang, doch alle Routen haben ihren Reiz und sind absolut lohnend. Der Trail beginnt als Karrenweg, quert unterhalb des Gipfels an der locher Alm, um sich auf dem Grat zum Singletrail zu verwandeln und in steilen Kehren in die Tiefe zu zacken. Das Gelände ist steil, mit Felsen durchsetzt und erfordert Konzentration und BikeBeherrschung.

Nach unzähligen Serpentinen, Felsstufen und Wurzelpassagen gewinnt der Trail im hellen Buchenwald an Fahrfluss.

Nur so kann man all die Switchbacks meistern, ohne den Fuß vom Pedal zu nehmen. Immer wieder öffnet sich der Wald und ermöglicht atemberaubende Blicke ins Tal und zum Walchensee hinunter. Nach unzähligen Serpentinen, Felsstufen und Wurzelpassagen gewinnt der Trail im hellen Buchenwald an Fahrfluss. Statt Felsen und Wurzeln bedeckt jetzt weicher Waldboden den Pfad. Erst eine steile Holztreppe setzt dem Fahrrausch ein Ende.

Statt Felsen und Wurzeln bedeckt jetzt weicher Waldboden den Pfad.

Wer hier runter kommt, darf sich zu Recht freuen, denn er hat gerade eine der Schlüsselstellen des Trails gemeistert. Eine weitere Höchstschwierigkeit kommt ganz am durchs Gelände und ist dabei auch noch so richtig steil. Es heißt ein letztes Mal: volle Konzentration! Wer's schafft, kann sich im nahen See-Cafe mit einem Stück Torte und einer Radler-Maß belohnen. Im Sommer auch mit einem Sprung in den See, um den Angstschweiß von der Haut zu waschen.

Trail

Der Jochberg erhebt sich direkt am Ufer des Walchensees. Drei wandersteige kurven vom Berg hinunter zum See (Kesselberg-Trall, Sachenbach-Trall und Fleberkapellweg). Die Auffahrt uber die Jachenau dauert zirka 1 bis 1,5 Stunden auf Forstwegen, daher empfehlen wir leichte Freerider oder Superenduros. Mit Big Bikes schindet man sich zu sehr, um die Abfahrt noch genießen zu können. Die Trails sind in detaillierten Wanderkarten eingezeichnet. Der beschriebene ist der leicht zu findende Kesselberg-Trail entlang des Grats.

Und damit kommen wir zum größten Problem: Der Jochberg ist einer der beliebtesten Wanderberge der Region. Daher sollten wir Biker besonders rücksichtsvoll sein, die Trail-Regeln beachten und den Trail auf keinen Fall am Wochenende befahren. Dauer: 2 bis 2,5 Stunden. Tipp: Brotzeit oben auf der Jocher Alm. Über den Querweg an der Alm unbedingt das Bike schieben, da der Almbauer nicht mag, wenn über seinen Grund geradelt wird. Kompass-Karte Nr. 6 oder gratis im Netz mit 3D-Animation unter: www.geodaten.bayern.de/bayernviewer-3D

Freeridern werden die Felsstufen besser gefallen, über die der Trail in die Tiefe führt.

Flow-Show: Glaswandscharte

Der Name klingt schaurig. Nach Kletter-Tragödie und rostigen Haken im senkrechten Fels. Wir können beruhigen: Dieser Trail ist ein wahres Flow-Wunder - ohne furchteinflößende Dramatik. Nicht einmal die hohe Benediktenwand, die sich nicht weit von hier mit ihren Felsabbrüchen fast 300 Meter senkrecht in den weiß-blauen bayerischen Himmel streckt, kriegt man zu sehen. Aufwärts kurbelt man angenehm auf Forstwegen, nähert sich der Benediktenwand von hinten und ist je nach Kondition zirka eine Stunde unterwegs, bis die Abfahrt beginnt. Obwohl sich der Trai! meist durch den Wald schlängelt, gibt's ein Postkarten- Panorama zu sehen, wie es sich Touristen schöner nicht vorstellen können. Doch Freeridern werden die Felsstufen besser gefallen, über die der Trail in die Tiefe führt.

Immer wieder verblocken Steine den Weg und fordern eine gute Linienwahl. Steil wird es auch noch, so dass der Trail in unzähligen Serpentinen vorm Vorderrad hin und her zackt, teilweise mit Schwindel erregenden Blicken hinunter in die Klamm, wo der Glasbach plätschert. Der Trail gewinnt zunehmend an Flow, bis er auf der Höhe der Rappin-Schlucht wieder in den Forstweg mündet und zurück in die]achenau führt. Unser Sommer-Tipp: Nach dem Trail-Gekurve in die Gumpen (Wasserbecken) des Glasbachs springen. Danach gibt's drei Optionen: 1. Biergarten, 2. Nachmittagssession im Bikepark Brauneck, 3. Sonnenbaden an der Isar bei Lenggries.

Trail

Los geht's in der Jachenau, 20 km von Lenggries entfernt, am Parkplatz der Gaststätte Schützenhaus, 752 hm. Vom Parkplatz wieder 50 Meter zur Hauptstraße zurückfahren und links abbiegen. Nach 500 m wieder links auf den Schotterweg abbiegen und diesem stetig bergauf folgen. Bei km 2,5 und hm 815 an der Weggabelung links Richtung Wasserfall/Benediktenwand und auf diesem Hauptweg bleiben. Bei km 6,1, hm 1079 rechts Richtung Benediktenwand, Brauneck. Bei km 8,3 und hm 1155 hört der Forstweg auf. Hier beginnt die Abfahrt. Links geht eine steile Rampe zur Benediktenwand.

Wir knattern jedoch rechts ins Tal. Bei km 12,4 und hm 895 mündet der Trail wieder auf den Schotterweg Richtung Jachenau. Man kommt dann direkt auf dem Parkplatz wieder raus. Dauer: Auffahrt 1,5 Stunden, Abfahrt 30 Minuten. Kompasskarte Nr. 6 oder gratis im Netz mit 3D-Animation unter: www.geodaten.bayern.de/bayernviewer-3D/

Rauer Bursche: Der Rotwand-Trail

Der Rotwand-Trail blufft wie ein abgebrühter Pokerspieler: Direkt am Rotwandhaus verriegeln Felsrippen den Weg, als wollten sie sagen: Biken unmöglich! Doch falsch. Mit Biss und der richtigen Fahrtechnik schafft man es. Aber Schoner sollte man auf jeden Fall anziehen, denn wer in dem Felsenhaufen absteigt, schürft sich garantiert die Haut vom Fleisch. Von hier blickt man weit übers Land. Nach einigen hundert Metern Geholpere, mäßigt sich der Weg. Jetzt ist er zwar noch ~immer verblockt, doch das Gebocke weicht einem spannenden Mix aus Flow und technischer Herausforderung.

Es geht ähnlich steil bergab wie beim 601er, dem Klassiker am Gardasee. Doch sobald der Trail in den Wald taucht, bleiben die Felsbrocken zurück und die Fahrt wird flüssig. Wurzeln und Bodenwellen schanzen den, der will, zu Geländesprüngen in die Luft. Im Tal wird's schnell. Tief unten in der Klamm gurgeit die Valepp und warnt vor Übermut. Ein Turn folgt dem nächsten, bis der Trail den berauschten Freerider auf einen Asphaltweg spuckt. Er führt an der Valepp entlang zurück zur Wurzhütte am Spitzingsee. Klar, dass man dort erst mal in den See taucht und sich dann in die Sonne flaggt.

Schoner sollte man auf jeden Fall anziehen.

Trail

Ausgangspunkt für diese Tour ist der Spitzingsee, oberhalb des Schliersees. Vom großen parkplatz an der Wurzhütte geht's hinauf über die Via Alpina zum Rotwandhaus (1737m). Zirka 1,5 Stunden dauert die 750 hm-Auffahrt auf einem Schotterweg_ Das Rotwandhaus ist bewirtschaftet. Also: zünftig Brotzeit machen, die Aussicht genießen und Kräfte sammeln, denn der Anfang ist schwierig. Man folgt dem wegweiser Elendssattel, Richtung Ruchenköpfe. Der Trail holpert über massive Felsbrocken, biegt hinunter zur Kümpfl-Alm und gewinnt zunehmend an Flow.

Dann verläuft er entlang des Valepp-Bachs und mündet in eine Teerstraße, die wieder zurück zum Spitzingsee führt. Das Rotwand-Gebiet ist ein beliebtes Wandergebiet. Daher am Wochenende meiden und die TraiIregeln beherzigen. Wanderkarte: Kompasskarte Nr. 8 und gratis im Netz mit 3D-Animation unter: www.geodaten.bayern.de/bayernviewer-3D/

Der Geheime: Geierstein

Der Geierstein erhebt sich als bewaldeter Hügel direkt bei Lenggries und wirkt dabei so unscheinbar, dass ihn die meisten Biker übersehen. Dabei versteckt sich hier ein besonders spaßiger Trail im hellen Mischwald. Die Auffahrt wird selbst im Sommer nicht zu hitzig, denn der Weg folgt in einer kühlen Klamm dem Hirschbach. Da kann man auch mal bisschen plauschen - kein Grund zur Eile.  Erst kurz unterm Gipfel verwandelt sich der Forstweg in einen Trail, steil und mit Holzbohlen durchsetzt - hier ist Fahren verboten. Selbst Orientierungsdeppen finden sich zurecht.

In die Abendsonne kurven: Am Geierstein trifft man selten Wanderer, von anderen Bikern ganz zu schweigen.

Nach zirka 1,5 Stunden wechselt der Trail dann endlich die Richtung: Unterhalb des Gipfels geht's bergab. Zum Warmwerden erst ganz easy und flowig, doch zunehmend wölben sich mehr Wurzelteppiche vor die Reifen. Die Gangart wird rauer und technischer. Spitzkehren, Steilpassagen, kleine Drops und Geländesprünge  - der Trail wird zur Achterbahn und schaukelt das Bike von einem Turn in den nächsten.

Die Schlüsselstelle ist technisch anspruchsvoll, doch nicht gefährlich. Hier zackt der Trail wie ein Seismograph bei Erdbebenwarnung. Holztreppen rütteln unter den Rädern, dann schlängelt sich der Pfad über grüne Wiesen hinunter nach Lenggries. Unser Tipp: Erst den Bikepark Lenggries-Brauneck mit seinen wilden Stunts abchecken, dann den Geierstein-Trail fahren und zum Abschluss in die Isar springen oder ein kühles Radler im Biergarten gluckern.

Trail

Lenggries liegt zirka 45 Autominuten von München entfernt Richtung Süden. Vom Ortskern startet man Richtung Anger/Foggenstein. Ein Kiesweg beginnt. Hier hält man sich immer rechts und kommt zum Hirschbach. Man folgt dem Bach durch eine Klamm und gewinnt langsam an Höhe. Bei km 6,8 biegt man links ab, hält sich bei Kilometer 7,7 rechts, um kurz drauf bei Kilometer 8,7 wieder links zu fahren. Es reicht aber auch, wenn man sich "links-rechts-links" merkt, denn Zweideutigkeiten gibt's hier nicht. Nach einer kurzen Abfahrt steigt der Forstweg wieder an und wird zu einem steilen Pfad.

Nach 650 Höhenmetern kippt der Weg und führt von nun an nur noch bergab (Richtung Lenggries). Verlieren kann man den Trail nicht mehr. Bei Wanderern ist der 611er, wie der Trail offiziell heißt, nicht so beliebt. Daher kann man ihn auch am Wochenende fahren. Wer frühzeitig abbremst, Wanderern freundlich den Vortritt lässt und ihnen mit einem Lächeln begegnet, wird am Geierstein keine Probleme kriegen. Trotzdem bitte die TraiIregeln befolgen! Wanderkarte: Kompasskarte Nr. 8 und gratis im Netz mit 3D-Animation unter: www.geodaten.bayern.de/bayernviewer-3D/

3 comments

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