Traum aller Mountainbiker: Eine Alpenüberquerung
ADAC Motorwelt 04/2007

Gipfeltrails und Genießerpfade

Sonne in den Speichen, Fahrwind auf der Haut und in der Nase der Duft nach frischen Wiesen und letzten Schneefeldern: Diese Naturerlebnisse sind sicher Gründe, warum sich immer mehr Deutsche in den Ferien auf den Sattel schwingen. Knapp 22 Millionen nutzen den Drahtesel im Urlaub, wie die jüngsten Erhebungen den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC ergaben. Folgen Sie uns zu sanften Flussläufen, steilen Gipfeltrails und spektakulären Routen.

Ein gelegentlicher Blick auf die Karte ist auch in Zeiten von GPS unerlässlich.

An der Donau durch Österreich

Ins Schnurren der Reifen mischt sich das Summen der Bienen in den vielen Obstbäumen am Wegrand. Im April scheinen die Radler am niederösterreichischen Abschnitt des Donauradweges in duftenden Wogen zu versinken. Zunächst im Weiß der Birnenblüten entlang der Moststraße. Später im Rosa der blühenden Marillenbäume, deren Früchte zu den Wahrzeichen der Wachau zählen. Europas Vorzeige- Radweg, der heuer 25. Geburtstag feiert, bietet mehr als nur sportliches Vergnügen zu beiden Seiten der Donau. Grund für Pausen gibt es hier genug: die prunkvollen Barockstifte Melk und Göttweig, das Mostviertier Bauernmuseum in einem trutzigen Vierkanthof in Amstetten etwa oder das Kremser Karikaturmuseum, in dem unter anderem die bissigwitzigen Figuren von Manfred Deix einen tiefen Einblick in die Abgründe der österreichischen Seele zulassen. In Pöchtlarn lockt das Werk des Expressionisten Oskar Kokoschka Kulturinteressierte vom Sattel, in Mautern der Nikolaihof, wo sich müde Radler unter dem weit ausladenden Schirm der Kaiserlinde im Innenhof des ältesten Weinguts Österreichs - bis in die Römerzeit reicht die Geschichte - mit Spezialitäten wie marinierter Haussulz oder Blunzn mit Kren und Riesling stärken. Info: Donau Niederösterreich Tourismus, Telefon (0043/ 2713) 30 06 00, www.donau.com, www.donauradweg.at.

Das größte und prächtigste aller Loireschlösser: Chambord. Das Jagdschloss aus dem 16. Jahrhundert zählt zum Weltkulturerbe.

An der Loire durch Frankreich

Vom Atlantik bis ans Schwarze Meer mit dem Fahrrad - eifrig wird an diesem Traum der Radwegeplaner gebastelt und zügig werden die Lücken geschlossen, die bis in wenigen Jahren den Donau- mit dem Loire-Radweg verbinden sollen. Doch auch ohne Langstreckler-Ambitionen ist der französische Part schon jetzt ein Tipp. Weil es schön ist, sich den berühmten und weniger berühmten Loire-Schlössern auf ruhigen Pfaden durch Parks und Wälder zu nähern, unterwegs bei einem Erdbeer-Bauern die süßesten Früchte zu naschen oder für eine Weile das Rad ans Ufer zu stellen, um Europas letzten, weitestgehend unverbauten Fluss vom Futreau, einem historischen Treidelkahn, aus zu entdecken. Lebendig wird der Alltag am Wasser im kleinen Fischereimuseum von Murielle und Gilles Quesneau in Saint-Dye - ein Pflichtstopp für Radfahrer, allein wegen des Lädchens »La Bourriche aux Appetits«, das eine Vielzahl regionaler Köstlichkeiten wie Maifisch, Aal oder LoireZander fürs Picknick unterwegs bietet, dazu Oliven-, Kräuter, Nuss- oder Artischockenpasten. Weiter westlich, in der Gegend von Chi non und Saumur, liegen die beim Abbau von Kalktuff entstandenen Höhlen: Edler Schaumwein und der typische Rotwein mit dem feinen Duft nach Waldbeeren und Veilchen lagern hier und können direkt im Keller verkostet werden. So wie die Champignons im Höhlenrestaurant an der Mündung der Vienne in die Loire. Info: Maison de la France, Telefon 09001570025 (0,49 €/Min.), www.loire-a-velo.fr.

LaPalma: Nicht nur Lava-Pfade - zwischendurch darf die Radstrecke auch mal gepflastert sein.

Vulkan-Touren auf La Palma

Toskana, Mallorca, Gran Canaria - alles schon gefahren? Immer mehr Radler, die eine echte Herausforderung suchen, entdecken La Palma für sich. Konditionsstarke Höhenmeter-Fresser fühlen sich zu beiden Seiten der zerklüfteten Bergkette aus 150 Vulkanipfeln wohl auch wenn es auf der grünsten Kanareninsel kaum Radwege gibt. Dafür eine Vielzahl kaum befahrener Pisten und Wirtschaftswege in unberührter Natur. Mal plätschert ein Bergbach, mal knirschen die Reifen auf schwarzen Lava-Pfaden, und immer wieder werden schweißtreibende Anstiege mit Kitschpostkarten- Ausblicken belohnt. Info: Bike-Station La Palma, Telefon (0034/922) 408355, www.bike-station.de.

La Palma: Die Aussicht belohnt für satte Anstiege auf kraftraubenden schwarzen Lavapfaden.

Zu Rittern und Römern ins Münsterland

Ideal für Kinder: Der Drahtesel wird zum Schlachtross, das am Wegrand aufgelesene Stöckchen zum Schwert. Unter dem Motto Ritterzeit steht eine der Runden, die bei Olfen von der bekannten 100-Schlösser-Route abzweigt, um in einer 116 Kilometer langen Schleife das südliche Münsterland zu durchfahren. Und spätestens wenn Bernhard der Knappe im Kindermuseum der trutzigen Wehrburg Vischering kleinen Radfahrern vom Alltag im Mittelalter erzählt hat, wenn sie Kettenhandschuhe befühlt und Helme aufprobiert haben, werden sie zu abenteuerlustigen Pedalrittern. Bis sie sich nach einem Stopp im Westfälischen Römermuseum in Haltern am See in römische Legionäre verwandeln. Die Strecke bietet nicht nur attraktive Zwischenstopps wie die Kinderbadelandschaft im Natursolebad Werne oder den gemütlichen Freizeitpark: Die Trampel- und Strampelpfade, von den Einheimischen liebevoll Pättkes genannt, sind auch für ungeübte Nachwuchsradfahrer ideal. Info: Münsterrand Touristik, Telefon 08009392919 (kostenlos), www.radregion-muensterland.de.

Im Salzbergwerk in Thüringen und Kärnten

Es ist heiß. Staubtrocken die Luft. Passagen mit bis zu 20 Prozent Gefälle erfordern höchste Konzentration. Zumal im schummrigen Licht. Mit viel Fingerspitzengefühl gilt es die Mountainbikes um die engen Kurven im Salzgestein zu lenken. Deutschlands ungewöhnlichster Singletrail liegt bis zu 700 Meter tief in einem stillgelegten Stollen des thüringischen Bergwerks Sondershausen. Wo einst Kalisalze für Düngemittel abgebaut wurden, schlängeln sich nun fünf Kilometer Radweg durch die Tiefe. An Wochenenden gibt es (nach Anmeldung) geführte Touren. Auch am Klopeiner See an der Grenze Kärntens zu Slowenien gehen Biker in den Stollen. Von der Römerzeit bis zur Jahrtausendwende wurde am Petzen Bleierz gefördert. Ein sieben Kilometer langer Transportweg mit moderaten 15 Höhenmetern ist heute Schauplatz einer zweistündigen geführten Tour. Info: Erlebnisbergwerk Glückauf Schlotheim, Telefon (03632) 655280, WWW. erlebnisbergwerk.com; Tourismusregion Klopeiner See, Telefon (0043/4239) 2222, www.stollenbiken.at.

Die große Herausforderung: Über die Alpen

Die Oberschenkel brennen, der Atem fliegt. Der Pfiff eines Murmeltiers durchschneidet Kuhglockengebimmel. Eine Alpenüberquerung ist ebenso hart wie faszinierend. Klassische Startpunkte sind Tegernsee, Garmisch oder Oberstdorf, erste Etappenziele die Tiroler Skiberge. Besonders Konditionsstarke machen Abstecher in die Schweiz, um zuletzt in Italien die Berge hinter sich zu lassen und am Gardasse oder in Venedig ihren Cappuccino zu genießen. Info: Spezialveranstalter (u. a. Alps, DAV Summit Club) bieten unterschiedliche Alpenüberqblerungen; für Ambitionierte gibt es ein Teamrennen: www.bike-transalp.de

1 Kommentar

Gast wrote 1 Jahr 24 Wochen ago

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